Raus aus deinen Kopf & rein in deinen Körper

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Kennst du das: Du bist total verkopft, hast kein Gefühl mehr für deinen Körper oder gar für dich selber? Willst eigentlich entspannen, weiß aber nicht wie du die ganze Anspannung aus deinem Körper rausbekommst? Fühlst du dich manchmal ganz eng und eingesperrt in deinem Körper? In deinem Leben? Dann versuch es mal mit Ashtanga Yoga! Um raus aus deinen Kopf und rein in deinen Körper zu kommen!

Ashtanga Yoga ist bewegte Meditation

Im Ashtanga Yoga wird sehr dynamisch und im Fluss mit dem eigenen Atem geübt. Die Körperbewegungen werden mit dem Atem verbunden, was als Vinyasa bezeichnet wird und zu einem “Flow” oder Fluss im Üben führt. Es gibt eine fest vorgeschriebenen Reihenfolge, in der die einzelnen Yoga-Positionen geübt werden, sogenannte “Serien”. Die Yogaübungen innerhalb einer Serie sind jeweils so angeordnet, dass jede einzelne Position auf die nächstfolgende vorbereitet und hilft, die notwendige Stärke und Geschmeidigkeit für die folgenden Asanas zu entwickeln. Die erste Serie, mit der man als Anfänger beginnt, heißt auf Sanskrit “Yoga Chikitsa” was übersetzt Yoga Therapie heißt. Und der Name ist hier auch Programm, die erste Serie ist so konzipiert, den Körper zu reinigen, zu heilen und zu kräftigen. Hat man die erste Serie mehr oder weniger perfektioniert, beginnt man die zweite Serie zu üben, welche als nächstes das Nervensystem stärkt und reinigt.

Mysore Style

Im Ashtanga wird nicht unterrichtet, wie man es von anderen Yogastilen gewöhnt ist. Die feststehende Übungssequenz ermöglicht es, dass jeder für sich üben kann. Jeder übt die festgelegte Abfolge von Asanas für sich, in seinem eigenen Tempo, seinem eigenen Atemrhythmus. Das ist Mysore-Style. Mysore-Style bedeutet, jeder hat die Freiheit für sich zu üben, ist jedoch auch gleichzeitig in eine Gruppe von Übenden eingebunden. Der Lehrer macht keine Positionen vor, die dann jeder versucht halbwegs gut nachzumachen, sondern er geht Reih um und hilft jedem Schüler individuell. Durch das individuelle Üben, hast du die Möglichkeit auf deine ganz eigene Reise nach Innen zu gehen, ohne von außen abgelenkt zu werden. Denn im Yoga geht es darum, das Bewusstsein und sich selbst zu erforschen. Die „stop and go“ Methoden anderer Stile erlauben keinen Flow, erlauben nicht in dem Ausmaß nach innen zu gehen und bei sich zu sein.

carmen-grabmeier-yogaDrei  Rettungsanker im Ashtanga

Da der Geist ständig in die Zukunft oder in die Vergangenheit abdriftet, braucht man einen Anker, der den Geist in der Gegenwart verankert. Ashtanga Yoga besteht deshalb neben den Yoga-Positionen noch aus drei weiteren Bestandteilen, die als eine Verankerung in der Gegenwart fungieren: Ujjayi-Atmung, Bandhas & Drishti. Diese zusätzlichen drei Elemente zwingen zu einer konstanten Konzentration und Achtsamkeit, man hat gar keine Zeit mehr seinen Gedanken nachzuhängen. Sondern man schafft es achtsam und konzentriert im Augenblick zu verweilen.

Ujjayi-Atmung

Der erste Anker ist die Ujjayi-Atmung. Bei der Ujjayi-Atmung oder Ozeanischer Atmung atmet man durch die Nase und erzeugt ganz hinten im Rachen eine Art rauschendes Geräusch. Hört sich wie Darth Vader aus Star Wars an. Diese Atmung erfüllt zwei Zwecke. Erstens erzeugt sie Hitze im Körper, die dafür verantwortlich ist, dass man schwitzt und damit seinen Körper von innen heraus entgiftet. Die Atmung aktiviert einerseits die Energien im Körper, wirkt aber andererseits sehr beruhigend. Der zweite Zweck ist die Verankerung in der Gegenwart. Der Atem wird durch das Geräusch hörbar und es ermöglicht ein achtsame Konzentration auf das Rauschen der Atmung. Und ein Arbeiten mit der Atmung. Einatmung und Ausatmung sollen gleich lang sein. Fängt man an z. B. kürzer zu atmen, ist es ein Zeichen dafür, dass man versucht eine Position zu erzwingen. Auf seinen Atem zu hören ermöglicht seine Bewegung mit dem Atem zu synchronisieren, das sogenannte Vinyasa.

Drishti

Ein weiterer Bestandteil des Ankers in die Gegenwart sind die Drishtis, Blickpunkte. Jede Position hat einen genau vorgeschriebenen Blickpunkt, z. B. Nase, Finger, 3tes Auge. So wird der Geist trainiert zu beobachten, im Inneren verwurzelt zu sein, aber nach draußen zu schauen. Drishtis helfen sich auf einen Punkt zu konzentrieren, z. B. die Nase und nicht mit seinen Augen im Raum herumzuwandern und sich ablenken zu lassen.

Bandhas

Der letzte und schwierigste Bestandteil des Ankers sind die Bandhas. Bandhas sind Verschlüsse im Körper, die man fortwährend aktivieren soll, um die Energie im Körper zu behalten und nicht nach außen zu verlieren. Bandhas sind das A&O im Yoga, durch sie erfährt man Leichtigkeit. Allerdings sind sie auch nicht ganz so leicht zu erlernen und permanent anzuwenden. Die moderne Version der Bandhas ist die Corestrength, die z. B. im Pilates aus dem Ashtanga Yoga übernommen wurde. Die Bandhas helfen einem in seinen Körper zurückzukommen, sich einzufühlen, sich zu erden und sich im Körper zu zentrieren. Unser Körper ist voller Energie, nur spüren wir es nicht mehr, weil wir ständig nur mit unserem Geist beschäftigt sind. Yoga hilft uns, den Kopf abzuschalten und wegzuschieben, uns mit der Energie in unserem Körper zu verbinden und mit ihr zu fließen. Idealerweise auch abseits der Matte, nach der Yogastunde im Alltag.

Ashtanga Yoga Videos als Inspiration

Das war jetzt viel Theorie. Da bekanntlich Bilder mehr sagen, als 1.000 Worte, lasse ich jetzt lieber mal bewegte Bilder für Ashtanga Yoga sprechen.  Sinn und Zweck der Videos ist es, euch die Eleganz, Schönheit und Kraft im Ashtanga zu zeigen und nicht zu demotivieren, nach dem Motto: “Das kann ich nie”! Die Yogis in den Videos üben seit Jahren und Jahrzehnten täglich Yoga. Und nie vergessen, im Yoga geht es nicht um die äußerliche Akrobatik, sondern um das, was INNEN passiert und dich transformiert.

 

Laruga Glaser:

Ashtanga ist auch was für Männer:

Kino MacGregor, die Pop-Queen des Asthanga:

 

Möchtest du noch mehr über Ashtanga Yoga erfahren, kannst du hier weiterlesen.